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Pressebericht Gemeinderat v. 14.3.2018

Künftig Rechtsvortritt auf Quartierstrassen

Verkehrsberuhigung an neuralgischen Punkten
2007 wurde durch den Gemeinderat die Ausarbeitung eines Konzepts zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 in den Quartieren in Auftrag gegeben. Nachdem dieses zusammen mit der Kostenschätzung der Umsetzung vorlag, beschloss der Gemeinderat Anfang 2009 auf flächendeckende Massnahmen zu verzichten. Er beauftragte aber gleichzeitig die Baukommission, alle neuralgischen Punkte auf dem Strassengebiet der Gemeinde zu prüfen und dem Gemeinderat Vorschläge für Massnahmen (inkl. Kostenfolgen) aufzuzeigen. In der Folge wurden 2010 Massnahmen an der Bachstrasse und der Fuchslochstrasse genehmigt und umgesetzt. Auch bei der Sanierung der Kantonsstrasse wurde ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit gelegt, um weitere neuralgische Punkte auf dem Gemeindegebiet zu entschärfen. Aufgrund von erneuten Meldungen aus der Bevölkerung, welche unter anderem wieder die Einführung des flächendeckenden Tempo 30 forderten, hat die Baukommission die 2008 als neuralgische Punkte bezeichneten aber seither noch nicht entschärften Stellen im Strassennetz von Lostorf erneut begutachtet. Folgende Strassen wurden angeschaut:
Chilenackerstrasse / Mahrenstrasse (in Lostorf) / Duschletenstrasse / Kreuzung Duschleten-/Giesshübelstrasse / Kreuzung Mahrenstrasse (Mahrer Schulweg) / Schulstrasse im Bereich der Schulanlage.

Die Baukommission reichte die erarbeiteten Vorschläge bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) zur Stellungnahme ein. Die BfU brachte einige Kritikpunkte an und bot sich an, einen technischen Bericht zur Verkehrsberuhigung in Lostorf auszuarbeiten. Die Zusammenfassung des Berichts lautet:
„Die Gemeinde Lostorf hat die BfU beauftragt, die Verkehrssicherheit an neun neuralgischen Punkten im Gemeindegebiet zu überprüfen. Auffällig wurde bei der Besichtigung, dass in den meisten Quartieren nicht einheitliche Vortrittsregelungen bestehen. Zum Teil sind Knoten mit dem Signal SSV 3.01 „Stop“ signalisiert, bei anderen Knoten im gleichen Strassenabschnitt gilt der Rechtsvortritt. Dieser wird allerdings bisher nicht durch entsprechende Markierungen verdeutlicht.
Die BfU empfiehlt in den Quartieren der Gemeinde ein einheitliches Rechtsvortrittsregime einzuführen und dieses mehrheitlich auch mit entsprechender Markierung zu verdeutlichen. Im Bereich der Schulstrasse empfiehlt die BfU eine abweichende Höchstgeschwindigkeit 30 km/h mit Vertikalversätzen in den Knoten vor und nach der Schule. Zudem soll die Gemeinde auf gute Sichtbeziehungen durch Rückschnitt von Bepflanzungen an den Knoten achten.“
Nach intensiven Beratungen hat der Gemeinderat entschieden, in den Quartieren die Einführung einer einheitlichen Vortrittsregelung mit Markierung des Rechtsvortritts vorzusehen. Bei verschiedenen Strassenkreuzungen sollen deshalb die vorhandenen Vortrittsregelungen (Stop- oder Kein Vortritt-Signalisationen) aufgehoben werden. Diese werden demnächst im Niederämter Anzeiger offiziell publiziert, gelten aber erst mit der tatsächlichen Signalisation. Zudem soll bei allen Kreuzungen mit Rechtsvortritt die Strassenmarkierung mit den so genannten „Tulpen“ ergänzt werden. Die Änderungen der Strassensignalisationen sollen im Rahmen des ordentlichen Budgets etappenweise erfolgen. Die Verkehrsteilnehmer werden in einer Übergangsphase auf die neue Verkehrssignalisation hingewiesen.
Um die Sichtverhältnisse im Bereich der Einmündung der Chälenstrasse in die Mahrenstrasse zu verbessern, soll weiter auf der Mahrenstrasse, westlich der Einmündung, ein ca. 20 m langer und 1.20 m breiter Fussgängerlängsstreifen markiert wer¬den.
Bei der Einmündung des Mahrer-Schulweges in die Mahrenstrasse soll die Kreuzung auf der Mahrenstrasse östlich der Einmündung mit dem Signal „Verzweigung mit Rechtsvortritt“ angekündigt werden.
Auf der Schulstrasse im Bereich der Schulanlage besteht heute ein Halteverbot. Oftmals wird westlich angrenzend an den Halteverbotsbereich (zulässigerweise) auf der Strasse parkiert. Die Übersichtlichkeit in diesem Bereich ist aber eher schlecht, weshalb das Halteverbot im Westen um ca. 70 m bis zur Einmündung der Holdenackerstrasse verlängert werden soll. Von Seiten der Polizei wurde empfohlen, auch die östliche Begrenzung weiter nach Osten zu verschieben, um die Einfahrt zum Schulhausparkplatz offen zu halten. Die Verlängerung beträgt auf dieser Seite ca. 30 m, so dass neu ein Strassenabschnitt von ca. 190 m mit dem Halteverbot belegt sein wird. Die Kreuzung Giesshübelstrasse/Duschletenstrasse soll im Rahmen der bereits bewilligten Sanierung der Duschletenstrasse nach den Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung umgestaltet werden.

Verzicht auf Gutachten
Die Baukommission hat dem Gemeinderat weiter beantragt, ein für die Einführung einer reduzierten Geschwindigkeit von 30 km/h auf der Schulstrasse zwischen Schloss- und Holdenackerstrasse erforderliches Gutachten erstellen zu lassen. Die Kosten dafür würden sich auf CHF 17‘150.00 belaufen. Dieser Antrag der Baukommission gab Anlass zu grossen Diskussionen mit Pro und Contra. Es wurde festgestellt, dass heute auf der Schulstrasse viel mehr sogenannte „Elterntaxis“ verkehren. Die Absicht der Eltern hinter den „Elterntaxis“ ist zwar gut gemeint, aber nicht förderlich für die Kinder. Der Rat hat entschieden, auf die Erstellung eines Gutachtens für die Einführung von Tempo 30 km/h auf der Schulstrasse zu verzichten.


In Kürze
Der Schulleiter Hans Schönbucher hat dem Gemeinderat seinen letzten Jahresbericht 2017 der Primarschule unterbreitet. Die wichtigsten Punkte des vergangenen Jahres waren die Externe Schulevaluation und die geplante Einführung des Lehrplan 21. Bereits im Frühjahr haben sich die Lehrpersonen an einer schulinternen Weiterbildung mit dem Thema „kompetenzorientierter Unterricht" auseinandergesetzt. Die vollständige Umsetzung des Lehrplan 21 wird einige Jahre in Anspruch nehmen.
Die Raumsituation in den Schulanlagen ist knapp. Für den Fremdsprachenunterricht, für die Spezielle Förderung und auch für den Musikunterricht sind zu Spitzenzeiten alle Räume besetzt. Mit viel gutem Willen und Entgegenkommen aller Beteiligten konnten die Engpässe einigermassen behoben werden. Eine Arbeitsgruppe hat unter Beizug eines Fachbüros den Raumbedarf analysiert und Möglichkeiten zur Behebung der Raumprobleme vorgeschlagen. Im Fokus steht die Umgestaltung der Räume im Schulhaus 1912. Der Gemeinderat hat grünes Licht gegeben, die Planung weiter voranzutreiben. Der sehr ausführliche und informative Jahresbericht wurde bestens verdankt.


Lostorf, 14. März 2018

EINWOHNERGEMEINDERAT LOSTORF
Der Gemeindeschreiber:

Markus von Däniken
Bachstrasse mit Einmünder Wengistrasse
 

Datum der Neuigkeit 14. März 2018