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Gebäude
Gebäudeanalyse der Verwaltungsgebäude
2024 beschloss der Gemeinderat, eine Energiestrategie - auch für die Verwaltungsgebäude - auszuarbeiten. Dazu wurde in einer ersten Phase eine Gebäudeanalyse durchgeführt.
Die Analyse zeigte einen teilweise dringenden Sanierungsbedarf einzelner Gebäude auf. Gleichzeitig wies sie auf das beträchtliche Potential zur der Eigenstromerzeugung der Verwaltungsgebäude hin, woraufhin der Gemeinderat beschloss, den jährlichen Strombedarf mittels Eigenproduktion zu decken. Dafür ist eine alle Gebäude umfassende Sanierungs- und PV-Strategie in Planung. Ein möglicher Umsetzungsplan sieht, gemäss aktuellem Investitionsplan der Gemeinde, wie folgt aus:
2025 - 2026
Derzeit wird im Gemeindehaus die Holzschnitzelheizung inkl. Nahwärmeverbund ersetzt und der Neubau Kindergarten Schulweg 1 ist im Gange. Mit der PV-Anlage auf dem Dach des neuen Gebäudes wird die Gemeinde erstmals Solarstrom produzieren.
2027 - 2028
Die dringende Sanierung der Dreirosenhalle wird die Gebäudehülle energetisch verbessern und die Haustechnik modernisieren. Eine Photovoltaikanlage, der Ersatz der Heizung des gesamten Schulareals und die Sanierung der Beleuchtung im Schulhaus 1995 können der Gemeinde bedeutende Kostenersparnisse einbringen.
2030 -
Die dringende Sanierung der Dreirosenhalle wird die Gebäudehülle energetisch verbessern und die Haustechnik modernisieren. Eine Photovoltaikanlage, der Ersatz der Heizung des gesamten Schulareals und die Sanierung der Beleuchtung im Schulhaus 1995 können der Gemeinde bedeutende Kostenersparnisse einbringen.
Stand der erneuerbaren Heizenergie in Lostorf
In Lostorf sind 48% der Heizungen erneuerbar. Dies ist im schweizweiten Vergleich eher viel. Es zeigt sich zudem, dass in den letzten 5 Jahren keine bedeutende Veränderung der bestehenden Heizsysteme zu beobachten ist. Da schlummert noch ein bedeutendes wirtschaftliches Potential in den Kellern.
Gebäude energetisch optimieren
Um das nationale Netto-Null Ziel 2050 zu erreichen, sieht die langfristige Klimastrategie des Bundes vor, dass der Gebäudesektor 2050 weniger Energie verbraucht und keine Treibhausgasemissionen mehr verursacht. Heute verursachen die rund 2,3 Millionen Gebäude in der Schweiz ca. 44-48 % des Energieverbrauchs und ein Drittel der CO₂-Emissionen (Quelle: EnergieSchweiz).
Um dies zu verändern, sind Massnahmen in vier Bereichen sehr effektiv: die Reduktion des Heizwärme- und Haushaltsstrombedarfes, die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung und die Produktion erneuerbarer Energie. Auf das Gebäude bezogen sind folgende Massnahmen unterscheidbar:
- Optimierung der Gebäudehülle
- Wechsel auf erneuerbare Heiz- und Warmwassersysteme
- Produktion von Solarstrom & Stromspeicherung
- Einsatz von energieeffizienten Geräten und Beleuchtung
Optimierung der Gebäudehülle & Wechsel auf erneuerbare Heizsysteme
Der Emissionsanteil der Gebäude ist deshalb so gross, weil 60 % der Gebäude mit fossilem, importiertem Öl oder Erdgas beheizt werden. (Quelle: Bundesamt für Energie BFE (2024): Heizungsersatz in Einfamilienhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern.
Während dessen erneuerbare Heizsysteme (Fernwärme, Wärmepumpe, Holz, Solarthermie), oft effizienter, regionale klimaneutrale Energie verwenden.
Zudem haben sich die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung stark weiterentwickelt. Ein heutiger Neubau bedarf eines Bruchteils des Heizwärmebedarfs eines vergleichbaren Hauses aus der Zeit vor 1980.
Energieunabhängigkeit und ein stark reduzierter Wärmeverbrauch sind zwei Gründe, wieso immer mehr Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ihre Häuser (besser) dämmen und auf eine erneuerbare Heizung umsteigen: es lohnt sich langfristig.
Heizen mit erneuerbarer Energie lohnt sich
Quelle: energieschweizExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
| Energie- und Betriebskosten reduzieren |
Die Anschaffung einer klimafreundlichen Heizung ist teilweise zwar teurer als der 1:1-Ersatz einer Öl- oder Gasheizung. Der Umstieg auf erneuerbare Energien rechnet sich jedoch für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ganz direkt. Einsparmöglichkeiten. |
| Immobilienwert steigern |
Der Umstieg von einer Öl-, Gas- oder Elektroheizung auf ein erneuerbares Heizsystem hat auch einen direkten Einfluss auf den Wert einer Immobilie. Eine moderne Heizung erhöht nicht nur den Wohnkomfort, auch künftige Käufer achten zunehmend auf das installierte Heizsystem. |
| CO2-Emissionen senken |
Durch die Nutzung einheimischer, erneuerbarer Energien wird der CO₂-Ausstoss beim Heizen nahezu vollständig reduziert und Umwelt sowie Klima geschont. |
Produktion von Solarstrom & Stromspeicherung
Mit einer Photovoltaikanlage nutzen Hauseigentümer:innen die Energie der Sonne direkt vom eigenen Dach, Fassade oder vom Nachbarn. Die Nutzung von lokalem Solarstrom wird für jeden Hausbesitzer immer interessanter, weil
- 30-60% des Strombedarfes durch günstigeren Haus- oder Quartierstrom gedeckt werden kann
- die Stromkosten dadurch stärker unabhängig von steigenden Preisen werden
- der selbst produzierte, überschüssige Strom dem Nachbar oder ins Netz verkauft werden kann
- die Energiebilanz des Hauses verbessert wird und damit
- die Immobilie an Wert gewinnt und
- letztlich Sonnenstrom direkt vor Ort ein gutes Gefühl gibt.
Die Investition in die Photovoltaikanlage rechnet sich. Da die selbst verwendete Energiemenge nicht eingekauft werden muss, und der überschüssige Strom verkauft werden kann, sind die Energiekosten im Betrieb sofort stark reduziert. Dabei gilt: je höher der Eigenverbrauch, desto grösser der Gewinn. Durch die Einsparungen werden die Investitionskosten in der Regel innert 5-15 Jahren wieder erwirtschaftet (Amortisation). Da lohnt sich auch die Ausnützung der gesamten Dachfläche, was auf dem Weg zu Netto-Null aus nationaler Sicht wichtig ist.
Der Eigenverbrauch wird typischerweise in Reihenfolge des geringeren Aufwandes – in Kombination mit einem Energiemanagementsystem - wie folgt angestrebt:
- Wärmepumpe tagsüber nutzen
- E-Auto tagsüber laden
- Batteriespeicher oder bidirektionaler E-Autospeicher als Nachtüberbrückung nutzen
- Haushaltsgeräte tagsüber nutzen (Waschen, Kochen, Geschirrspüler)
- Überschuss an Nachbarn via vZEV oder an
- Weitere Dorfbewohnerin via LEG verkaufen
- Rest ans lokale EW verkaufen.
Einsatz von energieeffizienten Geräten
Haushaltsgeräte sind je nach Grösse der Leistung und Alter oft grosse Stromverbraucher. Dazu gehören typischerweise Kühlschränke, Gefriertruhe, Wäschetrockner, mobile Elektroheizungen und Klimageräte, Unterhaltungselektronik und Beleuchtungen. Hier lohnt es sich, die nach der Energieetikette ausgezeichneten Geräte zu beschaffen.
Wie vorgehen?
Schritt 1
Der Bund koordiniert viele Informationen zur Ressourceneffizienz bei elektronischen Geräten und Beleuchtung: energieschweizExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 2
Auf unabhängigen Plattformen lassen sich im Handel erhältliche Produkte auch bezüglich Energieeffizienz und Umweltbelastung vergleichen toptenExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 1
Ein Heizkostenrechner zeigt bereits mit wenigen Angaben die möglichen Einsparungen und die zu erwartenden Kosten auf. Die Informationen aus dem Energiestadt Themenabend stehen frei zur Verfügung.
Schritt 2
Eine von einem GEAK-Experten durchgeführte Gebäudeanalyse bewertet den energetischen Zustand Ihres Gebäudes und zeigt dessen Energiebedarf auf. Der GEAK Plus® zeigt das energetische Verbesserungspotenzial auf und erstellt konkrete Sanierungsvarianten. Der Kanton Solothurn bietet diverse Energieberatungs-Angebote an, welche finanziell unterstützt werden: energieberatungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 3
In Lostorf und Umgebung sind zahlreiche Firmen spezialisiert auf energetische Optimierungen der Gebäudehülle und erstellen gerne Richtofferten.
Schritt 4
Der Kanton Solothurn unterstützt die Wärmedämmung einzelner Bauteile der Gebäudehülle mit Förderbeiträgen. Förderberechtigt sind zudem Gebäudeanalysen mit Vorgehensempfehlung (GAmV) gemäss Pflichtenheft des Bundesamts für Energie (BFE). Alle diese Förderungen werden durch den Bund gelistet: Förderbeiträge für LostorfExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 1
Auf Basis der mit der Optimierung der Gebäudehülle analysierten Massnahmen lässt sich der Energiebedarf nach Wärmedämmung und das geeignete Heizsystem eruieren. Spezifische Vorteile von Wärmepumpen wurden am Energiestadt Themenabend TA01-23.09.25 thematisiert.
Schritt 2
In Lostorf und Umgebung sind zahlreiche Firmen auf erneuerbare Heizsysteme spezialisiert und erstellen gerne Richtofferten.
Schritt 3
Bund und Kanton unterstützen den Heizungsersatz mit Förderbeiträgen. Alle diese Förderungen werden durch den Bund aufgelistet: Förderbeiträge für LostorfExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 1
Der Solarrechner zeigt aufgrund bestehender Energieverbräuche, Heizsysteme und Form / Exposition des Gebäudes eine gute Abschätzung des Potentials und der Kosten einer PV-Anlage. Die Informationen aus den Energiestadt Themenabenden stehen frei zur Verfügung.
SolarrechnerExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Schritt 2
Eine Prüfung der Notwendigkeit und des Potentials einer vorgängigen Wärmedämmung von Dach/Fassade ist vor der PV-Planung zu prüfen. Eine Dachsanierung lässt sich ideal mit einer PV-Installation kombinieren.
Schritt 3
In Lostorf und Umgebung sind zahlreiche Firmen auf die Installation von PV-Anlagen spezialisiert und erstellen gerne Richtofferten.
Schritt 4
Bund, Kanto und Private fördern die Installation von Photovoltaik-Anlagen.
Förderbeiträge für LostorfExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.